Wateworks

Waterworks

Waterworks – Urban Exploration

Waterworks, das alte Klärwerk ist stark sanierungsbedürftig und dennoch traumhaft schön. Waterworks wurde in massiver Bauweise 1909-1910 fertig gestellt und weist Merkmale der Jugendstil-Architektur auf.

Als ich die große Halle durch eine kleine Öffnung betrat, war ich überwältigt von dem Anblick dieser alten Pumpenstation. Ich hatte in keinster Weiße daran gedacht, so einen tolle Architektur dort zu sehen. Ich glaube ich war erst einmal sprachlos! Es gab dort viele tolle Details, die irgendwie nicht in einem Klärwerk passten. Die Wände waren verziert mit Kacheln von Villeroy & Boch (unglaublich) und gab Terrazzoböden mit Mosaikverzierungen. Nur wie kamen diese tollen Fließen in eine Pumpenstation? Dazu gleich mehr.

Waterworks ist mittlerweile über 100 Jahre alt. Schon in den 20er Jahren kam die Anlage an ihren Kapazitätsgrenzen und sollte abgerissen und modernisiert werden. Der Krieg jedoch durchkreuzte die Pläne und so blieb Waterworks bis 1962 mehr schlecht als Recht im Betrieb. 1970 wurde Waterworks dann nur noch zum pumpen von Abwasser zu einer neuen Anlage genutzt.

1980-1982 wurden dann 2 Millionen Mark in Waterworks zu Erhaltung investiert. Zu diesem Zeitpunkt ungefähr, wurde das Gebäude dann auch denkmalgeschützt. Waterworks wurde dann auch als Keramikwerkstatt und Atelier genutzt. So kam es dann wohl auch, zu den Kacheln von Villerroy & Boch an den Wänden.

1985 wurde dann wiederum das Gebäude als Keramikwerkstatt aufgegeben. Irgendwie standen die Zeichen für Waterworks nicht gut. Nachdem Waterworks dann mehrere Jahre leer stand, wurde es Ende 1991 erneut von einer vierköpfigen Künstlergruppe unter den Namen „Klärwerkkeramik“ als Atelier genutzt.

1995 entschied sich die Stadt das Gebäude und das Grundstück zu verkaufen. Die Klärwerkkeramik zog daraufhin aus. Mittlerweile sind über 20 Jahre vergangen (Stand 2016) und Waterworks wurde immer noch nicht verkauft. Es gab seitdem viele Interessenten, doch das Gebäude ist weiterhin in dem Besitz der Stadt. Wenn das so weitergeht, wird es bald keinen Käufer mehr geben, der das immer weiter zerfallende Juwel wieder in Schwung bringen möchte.

Es sind wirklich unzählige Möglichkeiten in so einem tollen und traumhaften Objekt möglich, das es einfach nur eine Schande ist, es nicht freizugeben.

Fotoart Michael Berndroth